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Beim Contenmanagement werden Design und Inhalt (Content) der Website getrennt voneinander gespeichert. Erst wenn eine Webseite angefordert wird, wird beides zusammengeführt und dann an den Browser des Besuchers geschickt.
Die drei Aufgaben Webdesign, Programmierung und Inhaltserstellung lassen sich sauber von einander trennen und in unterschiedliche Hände legen. Die Beteiligten können weitgehend unabhängig voneinander arbeiten. Der Designer kann z.B. leicht ein Re-Design des gesamten Webauftritts durchführen ohne daß er sich um den Inhalt kümmern muß. Ein Content-Autor kann Inhalt ins Web stellen, ohne daß dieser vom Designer bearbeitet werden muß.
Beim Zusammenbauen der Seite kann man auf Parameter reagieren. Man kann z.B. berücksichtigen, welches Datum gerade ist und zeitgesteuert bestimmte Inhaltselemente ein- und ausblenden. Sofern eine Benutzerverwaltung vorhanden ist, kann man bestimmten Benutzergruppen bestimmte Inhalte vorsetzen.
Die Tatsache, daß der Content klar strukturiert in Tabellen vorliegt, ermöglicht darüberhinaus die einfache Implementierung von Suchfunktionen. Dabei ist es möglich, der Suchfunktion klare Anweisungen zu geben, in welchen Feldern der zugrundeliegenden Datenbank sie suchen soll und in welchen nicht.
Das System nennt sich TYPO3. Das ist ein dänisches System, das als Open-Source unter der GNU/GPL verteilt wird, d.h. es kostet kein Geld. Es handelt sich im wesentlichen um PHP-Scripten, die den Inhalt zum größten Teil in einer MYSQL-Datenbank ablegen. Das System ist vollständig auf dem Webserver abgelegt und wird über Webformulare gepflegt.
Wenn man die Hürde der Installation überwunden hat (es gibt auch Anbieter, bei denen man einen Web-Acount mit vorinstalliertem Typo3 mieten kann), der kann das System relativ leicht mit den vorhandenen Templates (=Designvorlagen) einsetzen. Wenn man jedoch den Anspruch hat, auf jede Einzelheit des Internetauftritts Einfluß nehmen zu wollen, kommt man sehr schnell an eine Grenze, bei der man tiefer in das System einsteigen muß. Das heißt konkret, daß man sich mit der eingebauten "Sprache" Typoscript auseinandersetzen muß. Dabei geht es eigentlich nicht um Programmierung im klassischen Sinne, sondern um das Setzen von Eigenschaften für einzelne Objekte. Die Dokumentation ist sicher mit viel Mühe erstellt worden, aber leider trotzdem nicht so, daß man sofort durchsteigt und immer sofort weiß, wo man nachschlagen muß, wenn man eine bestimmte Eigenschaft sucht. Hier liegt sicher noch ein weites Betätigungsfeld für professionelle Handbuchautoren, die sich engagieren möchten.
Einer der wesentlichen Vorteile des Systems ist seine Modularität. Es existieren bereits für viele Zwecke Module, die aus einem zentralen Repository einfach nachinstalliert werden können. Diese Module sind ebenfalls kostenlos. Wem diese Module trotz ihrer Konfigurierbarkeit zu starr sind oder wer für einen angestrebten Verwendungszweck kein passendes Modul findet, kann sich auch selber Erweiterungen schreiben, oder bestehende Erweiterungen für sich anpassen. Gelegentlich stolpert man auch über eine der Baustellen, die es im Typo3-Code noch gibt, und muß dann einen Umweg finden. All das ist sicher nichts für Leute, die sich "mal eben" einen Webauftritt basteln möchten. Es gibt es also auch noch Aufgaben für Programmierer in diesem Open Source-Projekt.
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13.09.2003
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