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Hommingberger Gepardenforelle

Übersetzen von Namen ins Japanische anhand eines Beispiels

Wie kann man einen Namen auf japanisch schreiben? Eigentlich gar nicht, denn ein Name ist ein Name und wenn man die Schreibweise ändert, ist es nicht mehr derselbe Name. Man kann es - nur so zum Spaß - natürlich trotzdem tun. Anhand des Namensbegriffs "Hommingberger Gepardenforelle", ein Produkt des virtuellen Fischzüchters Danuber, wollen wir erläutern, was man sonst noch so anstellen kann, um zu einem - für europäische Augen - hübschen Schriftbild zu kommen.

Zunächst einmal wieder die reine lautliche Umschreibung mit Katakana (1). "Hommingberger Gepardenforelle" sieht dann so aus (sie können auf die Schriftzeichen klicken um sie zu vergrößern):



ho - mi - n - gu - be - ru - ga - (Dehnung) - (Trennung) - ge - pa - (Dehnung) - de - n - fu - o (klein) - re - re


Um anzuzeigen, wo die Fremdworte getrennt werden, fügt man an dieser Stelle einen Punkt als Trennzeichen ein. Aus "fu" mit einem angehängten kleinen "o" wird ein "fo", das es als eigenständiges Katakana nicht gibt. "re" und "le" werden durch dasselbe Zeichen dargestellt. Japaner hören da auch keinen Unterschied.

Wenn man jetzt den Ausdruck "Hommingberger Gepardenforelle" nicht als Ganzes, sondern ehr als "Gepardenforelle aus Hommingeberg" auffassen will, könnte man ihn auch so schreiben:



ho - mi - n - gu - be - ru - gu - no - ge - pa - (Dehnung) - de - n - fu - o (klein) - re - re


Aus "Hominguberugaa" wird "Hominguberugu" (Hommingberg) mit einem angehängtem "no" (in Hiragana!). Zusammen heißt das dann "von Hommingberg" oder "aus Hommingberg". Wir bewegen uns damit jetzt weg von einer reinen Umschrift hin zu einer echten Übersetzung.

Jetzt könnte man als nächstes versuchen, "Gepardenforelle" richtig zu übersetzen, um so zu den schöneren Kanji-Schriftzeichen (2) zu kommen. Bei "Forelle" ist das leicht möglich, da es in Japan für fast alle Fischarten ein eigenes Schriftzeichen gibt. Für "Gepard" wird im japanischen Sprachgebrauch jedoch zumeist das englische Wort "Cheetah" verwendet, natürlich wieder mit Katakana geschrieben:



ho - mi - n - gu - be - ru - gu - no - chi - (Dehnung) - ta - (Dehnung) - masu


Wenn einem das egal ist, und man möchte nun unbedingt Kanji haben, um "Hommingberger Gepardenforelle" zu schreiben, läßt sich auch das Wort ryouhyou verwenden, was dann so aussieht:



ho - mi - n - gu - be - ru - gu - no - ryou - hyou - masu


"Ryou" bedeutet "Jagen, Jagd", "Hyou" bedeutet "Leopard, Panther" (3).

Chinesen haben es jetzt leichter, denn auch sie können die Kanji meistens lesen, obwohl die Aussprache in China und Japan verschieden ist. Der Mitsubishi Pajero ist (oder war?) in China übrigens einer der beliebtesten SUVs und wurde dort auch Gepard genannt, geschrieben mit den beiden genannten Schriftzeichen.

Alles, was man in Kanji schreiben kann, kann man auch mit Hiragana schreiben:



ho - mi - n - gu - be - ru - gu - no - ryou (3 Zeichen) - hyou (3 Zeichen) - masu


Für "ryou" gibt es kein eigenes Hiragana. Stattdessen schreibt man ein "ri" mit einem kleinen "yo". Die Dehnung, die bei den Katakana durch den Dehnstrich erreicht wird, wird bei den Hiragana in diesem Fall durch ein "u" vorgenommen. Ähnlich verhält es sich bei "hyou": "hi", kleines "yo" und ein "u". "Hommingberg" ist weiterhin mit Katakana geschrieben.

Um es auf die Spitze zu treiben, kann man auch noch das "Berg" aus "Hommingberg" durch ein Kanji ersetzen:



ho - mi - n - gu - san - no - ryou - hyou - masu


"san" bedeutet Berg (4).

Jetzt haben wir "Hommingsan no ryouhyoumasu". Für "Homming" fällt mir beim besten Willen nichts mehr ein. Also lassen wir's mal bei dieser Übersetzung für "Hommingberger Gepardenforelle".

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Noch kurz ein paar Worte zur Aussprache:

"chi" wird so ausgesprochen wie "tschi"

"s" aus "masu" oder "san" wird scharf gesprochen wie in "Wasser"

"ryou" und "hyou" haben ein u am Ende weil das u als Hiragana in diesem Fall zur Verlängerung dient. Gesprochen wird das wie ein langes o, also "ryoo" bzw. "hyoo"


Der eine oder andere wird sich vielleicht fragen, warum der leicht abgedrehte Begriff "Hommingberger Gepardenforelle" gewählt wurde um die Vorgehensweise bei einer Namensübersetzung darzustellen. Die Antwort auf diese Frage finden Sie in der Computerzeitschrift c't 9/2005, Seite 166. Es gibt einen Wettbewerb für sog. Suchmaschinenoptimierer, mit einer Seite unter dem Suchbegriff "Hommingberger Gepardenforelle" möglichst weit oben in den Trefferlisten zu landen.

Natürlich wären wir da gerne vorn mit dabei. Trotzdem ist der Inhalt dieser Seite in erster Linie durchaus als ernstzunehmender Beitrag gemeint, der seinen Nutzen auch entfalten würde, wenn wir ein anderes Beispiel gewählt hätten.


(1) Katakana und Hiragana sind zwei japanische Silbenalphabete, die jeweils etwa 50 Zeichen umfassen. Katakana werden für die lautliche Umschreibung von Fremdworten benutzt, während man mit Hiragana japanische Worte schreiben kann.

(2) Kanji sind im Grund chinesische Schriftzeichen, die einen Inhalt symbolisieren und im japanischen mehrere mögliche Aussprachen besitzen, die in Abhängigkeit vom Zusammenhang wechseln können.

(3) Es gibt knapp 2000 Kanji, die von der japanischen Regierung für den allgemeinen Gebrauch empfohlen wurden. "Ryou" gehört dazu, "Hyou" nicht. Auch aus diesem Blickwinkel wäre es wohl besser, Cheetah zu sagen.

(4) In anderem Zusammenhang wird das Zeichen für Berg auch "yama" ausgesprochen. Richtig heißt der bekannteste Berg Japans aber "Fujisan" und nicht "Fujiyama".

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 17.07.2005
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